Denk mal Schau mal

Und plötzlich bleibt die Welt stehen

Und fängt nur langsam wieder an sich zu drehen.
Man sehnt sich nach Alltag, nach Normalität und doch ist alles anders.
Kinder können damit zum Glück anders umgehen, sie kennen keine verpassten Chancen und die vielen Dinge, die jetzt so nicht mehr statt finden können. Die nicht erlebten Ausflüge, die nicht erzählten Geschichten. Sie winken einfach in den Himmel „Hallo Opi“ (Opi war mein Schwiegervater) und fertig. Und wie beantwortet man Fragen wie: Kann Opi uns auch sehen, wenn es draußen dunkel ist? Ist Opi jetzt auch so traurig wie wir alle hier?
Um das Thema irgendwie mit den Kindern zu verarbeiten, helfen hoffentlich ein paar Bücher.
Wir haben welche ausgeliehen bekommen, die Auswahl wurde also nicht von uns getroffen. Am besten, wenn man das zu so Büchern überhaupt sagen kann, hat den Kindern das Buch Abschied von Opa Elefant gefallen. Opa Elefant erklärt seinen Enkelkindern, dass er jetzt gehen muss, sie sich aber immer an ihn und seinen Geschichten erinnern dürfen und sollen. (Lieblingssatz: „Dann könnt ihr mich in euren Gedanken sehen, sagte der Elefantengroßvater. Und in all den Dingen, die wir zusammen erlebt haben. „) Der Abschiedsbrief von Opa Maus ist eher etwas, wenn der Abschied nicht so plötzlich kommt, hier hat Opa Maus noch die Möglichkeit sich zu verabschieden und Vorbereitungen (Abschiedsbriefe, Geschenke usw.) zu treffen. Es wird hier auch schön erzählt, dass die geliebten Menschen in der Erinnerung immer dabei sind. (Lieblingssatz: „Wenn wir etwas fertig machen, was er angefangen hat, dann freut er sich.“) Das Buch die Ballade vom Tod ist schon etwas anderes. Hier wird eine Ballade (in gereimter Form) von der Angst vorm Tod erzählt und am Ende gehört der Tod aber eben einfach dazu und man braucht keine Angst zu haben. (Lieblingssatz: „Geheilt ist derweil meine Angst vor dem Tod. Viel schlimmer doch deucht mich der Ewigkeit Not.“) Und was kommt dann? Das Kinderbuch vom Tod ist ein sehr spezielles Buch. Ich persönlich fand es sehr, teilweise zu direkt und die Zeichnungen auch nicht immer so schön. Es wird allerdings alles behandelt und gibt einen Überblick über verschiedene Bräuche. (Lieblingssatz: „Manchmal muss man an den Tod denken… Dann kommt einem der Tod wahrscheinlich sehr geheimnisvoll vor.“) Bei Adieu, Herr Muffin geht es um den Tod eines Meerschweinchens. Auch hier wird es alles gut beschrieben, aber es geht eben um das geliebte Haustier und nicht um ein menschliches Familienmitglied. (Lieblingssatz: „Es geht die Zeit, das Herz, es schlägt. Man isst so viel, wie man verträgt. „)

Alles in allem weiß ich noch nicht, ob und wie die Kinder damit umgehen und wie man ihnen beim verarbeiten helfen kann. Viel darüber reden hilft bestimmt und Bücher zu dem Thema beantworten so einige Fragen, auf die man selber vielleicht auch nicht immer eine Antwort hat. Der Tod gehört zum Leben, aber viel Platz lassen wir ihm nicht darin.

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  1. Pingback: Woche in Bildern KW04 - diephotographin

  2. Hallo Carina,
    das Buch bzw. den Film werde ich mir später mal anschauen. Danke.
    LG Barbara

  3. Liebe Barbara, guten Morgen – Dir und Deiner Familie alles Liebe in einer sicher nicht einfachen Zeit. Das (Bilder-)Buch zum Thema, das ich liebe und immer wieder lese wurde Dir auch auf Instagram schon empfohlen: „Ente, Tod und Tulpe“. Es gibt die Geschichte auch als Film (hier ist ein Intro: https://www.youtube.com/watch?v=zPOE-4KTTGI) da kannst Du Dir einen ersten Eindruck zu Text und Bildern machen. Ich denke an Dich – Carina.

  4. Hallo Uta, vielen Dank. Die Unbefangenheit der Kinder ist tatsächlich schön.
    Lieben Gruß | Barbara

  5. Hallo liebe Barbara,
    da folge ich Dir schon eine ganze Weile auf Instagram und hüpfe heute das erste Mal auf Deinen Blog (und hinterlasse auch gleich einen Kommentar)!
    Ich wünsche Euch für die kommende Zeit ganz viel Kraft!
    Als unsere Töchter im Kindergarten/Grundschulalter waren, starb unsere Nachbarin. Die Kinder nannten sie Tante Erna und sie erlebten den Tod und den Weg dahin, das erste Mal sehr hautnah und stellten ihren damals 70 jährigen Bruder Fragen, die mich rot werden ließen. Sie besuchten mit ihm Friedhöfe und diskutiert u.a., was für sie ein schönes Grab sei. Für ihn war das klasse (hat er mir später erzählt), er meinte, mit Erwachsenen hätte er nie so unbefangen reden können.
    Ich bin damals auch auf die Suche nach Büchern gegangen und hab erst mal nix tolles gefunden.
    Heute fallen mir zum Thema zwei Bücher ein, die ich sehr mag: „Gehört das so?? Die Geschichte von Elvis“ von Peter Schössow. Ein mehrschichtiges Bilderbuch …
    und ein Buch, welches ich mit meinem Sohn im Grundschulalter gelesen habe, „Großvater und die Schmuggler“ von Per Olov Enquist. Der Hund, mit dem der Großvater und die Enkelkinder im ersten Buch (Großvater und die Wölfe) ein großes Abenteuer erlebt haben, wird eingeschläfert, weil er sehr alt und krank ist. Der Enkel befragt den Opa, ob das auch mit ihm geschehen wird, da er ja auch schon ganz schön alt und tüdelig sei ….
    Alles Liebe und Gute,
    Uta

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