Schreiben

52 weeks of music – Dirty paws von Of Monsters and Men

Jede Woche gibt es hier ein neues Lied, von mir ausgesucht und von meinem Schatz in einem Gastbeitrag beschrieben/besprochen. Daraus entstehen dann 52 Weeks of Music. Die gesamte Playlist gibt es schon auf Spotify (52 weeks of music). Alle Beiträge hier im Blog findet ihr unter 52weeksofmusic.

Woche 5: Of Monsters and Men, Dirty Paws

Dirty Paws bei Spotify

But she and her furry friends
Took down the queen bee and her men.
And that’s how the story goes,
The story of the beast with those four dirty paws.

Liebe isländische Band „Of Monsters and Men“,

das ist also die Geschichte von dem Biest mit den vier schmutzigen Pfoten. Aber geht es nicht eigentlich um Bienen?

Die Gewinnung von Honig ist ein bisher eher unterentwickelter Gewerbezweig in Island. Unter den führenden honigproduzierenden Staaten taucht Island jedenfalls nicht auf: Der größte Honigproduzent  der Welt ist mit Abstand China, das 446.089 t Honig im Jahr 2011 produzierte. Weitere wichtige Produzenten sind die Türkei (94.245 t), Ukraine (70.300 t), USA (67.000 t), Russland (60.010 t) und Indien (60.000 t).

A apropos Honig: Der Pro-Kopf-Verbrauch beträgt in Deutschland etwa 1 kg pro Jahr und wird nur zu 20 % mit deutschem Honig gedeckt. Deutschland hat im Jahr 2010 rund 69.000 Tonnen Honig importiert, der aus etwa 35 Ländern innerhalb und außerhalb der Europäischen Union stammt. Hauptlieferland ist Argentinien, gefolgt von Mexiko, Chile und Uruguay. Auch nix zu sehen von Island.

Woran liegt das? Stichwort Kleine Eiszeit vom 15. bis zum 19. Jahrhundert, da war es in Island nochmal eine ganze Ecke kälter als hier und so richtig blühen tut da ja immer noch nix. Klima und Flora gaben also keine optimalen Bedingungen her, die Bienenzucht auf der kargen Insel war offenbar ein schwieriges Unterfangen. Noch in der zweiten Dekade des 21. Jahrhunderts wurde wieder einmal der Versuch, norwegische Stämme anzusiedeln, unternommen. Man habe gelernt, wie man die Bienen an die isländische Natur anpassen könne. Wie viele der damals gegründeten rund 100 Imkereibetriebe wirtschaftlich rentabel geführt werden konnten und heute noch bestehen, ist nicht mit hinreichenden Daten belegt.

Im Märchen klingt das viel schöner. Da singt der Wald der sprechenden Bäume seit jeher in Island vom Krieg der Bienen gegen die Vögel, in dem die Vögel Hilfe von den Schneekreaturen bekommen.

The forest of talking trees,
They used to sing about the birds and the bees.
The bees had declared a war,
The sky wasn’t big enough for them all.
The birds, they got help from below,
From dirty paws and the creatures of snow.

Schlussendlich schnappt sich das Biest mit den schmutzigen Pfoten zusammen mit ihren pelzigen Freunden die Königin und deren Mannen und das war’s dann für die Bienen. So ist es gewesen, das weiß in Island jedes Kind. Und es ging eben doch um Bienen und nicht um irgendwelche Monster.

A apropos „Of Monsters and Men“? Mit farbenfrohen Pullis und Mützen aus Islandwolle ausgestattet, weben sie einen hübschen Klangteppich mit inseltypischen Instrumenten und verarbeiten textlich die obenstehenden Motive aus heimischen Sagen und Legenden. Genau das hat auch Friedrich Solcher 1837 mit der Loreley von Heinrich Heine nach der Brentanoschen Kunstsage getan (nur ohne Islandwollpulli) – und ein Lied von Weltruf geschaffen: Millionen von japanischen und neuseeländischen Touristen singen jährlich spätestens ab Rüdesheim alle Strophen an Deck eines Ausflugsschiffes der Köln-Düsseldorfer. Vom Gesamteindruck dürfte das nicht allzu weit von dem entfernt sein, was Achim Reichel auf seinem 2002er Album „Wilder Wassermann“ daraus macht, das muss man sich mal anhören und seine eigenen Schlüsse daraus ziehen.

Text zum Nachlesen (im offiziellen Video zum Lied)

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  1. Von unserem Honigkonsum war ich auch sehr überrascht, im Sommer kommen auf jeden Fall Blumen für die Honigbienen auf den Balkon.
    Ich mag die ruhige Musik momentan lieber, ist aber vermutlich nur eine Phase, habe auch schon andere Musik gehört.
    Lieben Gruß | Barbara

  2. Of Monsters and Men mag ich eigentlich sehr gern, aber dieses Lied sagt mir gerade noch gar nichts – was sich gleich aber ändern wird.

    Von unserem Honigkonsum wusste ich noch gar nichts – also ich verbrauche sicher wesentlich weniger, da ich süße Aufstriche nicht wirklich oft esse. Nur zum Backen und im Quark verwende ich das süße Zeug manchmal ganz gern 🙂

    Dass kalte Länder wie Island aber gar nicht ihren eigenen Honig rentabel erzeugen können, ist echt schade… da ist so ein Lied doch eher was, was man gern hört 😉 Wobei es meinen Musikgeschmack eher nicht so trifft, da es ja eher ruhig ist…

    Liebe Grüße

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