Schreiben

52 weeks of music – The Sound of Silence von Disturbed

Jede Woche gibt es hier ein neues Lied, von mir ausgesucht und von meinem Schatz in einem Gastbeitrag beschrieben/besprochen. Daraus entstehen dann 52 Weeks of Music. Die gesamte Playlist gibt es schon auf Spotify (52 weeks of music). Alle Beiträge hier im Blog findet ihr unter 52weeksofmusic.

Woche 14: Disturbed, The Sound of Silence

The Sound of Silence bei Spotify

Hello darkness, my old friend

Liebe Jungs von Disturbed,

dunkel und ein alter Freund – wer ist eigentlich der Typ auf Euren Covern?

Metal-Maskottchen haben eine lange Tradition: Bands wie Black Sabbath (Henry/Fallen Angel), Motörhead (Snuggletooth) und Dio (Murray) haben seit den späten 1970ern Figuren in ihre Plattencovers, ihr Merchandise, etc. und in ihre Bühnenperformances integriert, die den Wiedererkennungswert der Band steigern sollten. Mache Figuren sind historisch nicht unproblematisch (der gasmaskentragende „Knarrenheinz“ von Sodom), andere eher dümmlich (der schlecht gezeichnete „Not Man“ von Anthrax) und wieder andere eher aus irgendeinem fiesen Comic, aber wenigstens ganz lustig (der „Mad Butcher“ von Destruction gehört dazu). Loudwire.com hat eine sehr anschauliche Galerie mit diesen und noch vielen anderen Charakteren.

Und wenn jetzt jemand denkt, hier sei der falsche Blogpost veröffentlicht oder er hätte sich verklickt: Mitnichten! Disturbed ist eine Metal-Band in der Tradition von Metallica, Pantera, Sabbath und Judas Priest und sie haben ein Maskottchen namens „The Guy“. Ziemlich beeindruckender Typ, schaut mal auf die offizielle Website.

And the vision that was planted in my brain
Still remains

Lodernde Augen unter dunkler Kapuze, established 2005 auf den Frontcovern der seitdem erschienenen Alben von Disturbed. Der Legende nach wurde er aus dem grinsenden Gesicht auf der Rückseite des Debütalbums „The Sickness“ (2000) entwickelt. Inzwischen gestaltet David Finch das Artwork; der Mann zeichnet ansonsten für die Avengers, die X-Men und Batman: The Dark Knight oder macht das Concept Artwork für die Hollywood-Comic-Adaptation von Watchmen. Der kann das. Und seine Frau auch, die gemeinsame Website ist sehr sehenswert.

And in the naked light I saw
Ten thousand people, maybe more

Zurück zu Disturbed und a apropos „ten thousand“: Auf dem Albumcover von „Ten thousand fists“ steht The Guy mit erhobener Faust in der Menschenmenge, im gleichnamigen Song geht es um – grob gesagt – gesellschaftliche Veränderung:

People can no longer cover their eyes
If this disturbs you, then walk away

Disturbed singt von „disturben“, das ist ein hübscher Einfall, mehr dazu später. Ansonsten sind die Jungs nicht so sehr für das Subtile zu haben: Ihr jüngstes Album heißt „Immortalized“ und das spricht ja für ein gewisses Selbstbewusstsein. Die darauf befindliche Version des Simon und Garfunkel-Klassikers „The sound of silence“ – um die es hier ja eigentlich gehen soll – kommt auch ein klein wenig pompös daher: Streicher und E-Gitarren statt Folksong und David Draimans Metallstimme mit Anleihen bei Eric Adams, da sprechen schlichtere Gemüter schon von Kitsch (so geschehen bei einer Pseudo-Rezension bei STERN online, bitte nicht lesen). Paul Simon himself fand es wohl gut, kann aber auch anders gewesen sein. Ich finde, da muss man nicht so sein, die Neufassung lässt sich  gut hören.

„Fools“ said I „You do not know“

Wem bis hierher noch nicht aufgefallen ist, dass in der Aufzählung der Metal-Maskottchen die Ikone schlechthin fehlt, der muss sich die komplette Liste nochmal anschauen. Die Rede ist natürlich von Edward the Head oder schlicht Eddie, dem allgegenwärtigen Begleiter von Iron Maiden. In seinem eigenen Wikipedia-Eintrag gibt es alles über ihn zu lesen – und als Hörempfehlung den Iron Maiden-Klassiker Fear of the dark.  Soviel zu „Hallo darkness, my old friend“.

Text von The sound of silence zum Nachlesen

PS: Weiter oben habe ich es angedeutet – habt Ihr bei „The sound of silence“ aufmerksam hingehört? Da heißt es:

Disturbed the sound of silence

Haha, hier werden die Band und der Songtitel im Liedtext selbst genannt. Na gibt’s denn sowas? Außer bei Okay! von O.K. – oder noch woanders? Für sachdienliche Hinweise wenden Sie sich bitte an die nächste Polizeidienststelle oder an die Kommentierungsfunktion.

 

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